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Zebrastreifen und Schlangengurken

25.09.2013 | WLZ-FZ : Er durfte in seinem Wahlkampf schon eine Straßenwalze fahren oder das Geheimnis der Teewurstherstellung lüften. Im Biogarten Flechtdorf steht Dr. Christoph Weltecke an diesem Donnerstag vor einem Pflanztisch und pikiert Hornveilchen.

Pikieren erfordert Fingerspitzengefühl: Dr. Christoph Weltecke vereinzelt Hornveilchen im Kreis der Biogarten-Mitarbeiter. Korbach/Willingen. Zarte grüne Pflänzchen mit viel Fingerspitzengefühl
behandeln: Im übertragenen Sinn könnte dies eine Aufgabe sein, die nach dem von ihm erhofften Wahlausgang in Waldeck und Hessen auch in Wiesbaden auf Weltecke wartet.

Zehn Tage vor dem 22. September ist der 36-jährige Rechtsanwalt jedenfalls mit Eifer bei der Sache, zupft zusammen mit Mitarbeitern und Auszubildenden, erst ohne, dann mit Gärtnerschürze. Zuvor hatte ihm Geschäftsführer Wilhelm Keller im Gewächshaus mit den Stangengurken das Prinzip der biologischen Schädlingsbekämpfung erklärt, also wie sich nützliche Gegenspieler vorteilhaft einsetzen lassen.

Von dieser Strategie dürfte der Kreistagsabgeordnete und SPD-Unterbezirksvorsitzende nicht das erste Mal gehört haben. Positiv
überrascht ist er allerdings von Kellers Aussage, dass 50 bis 60 Prozent der Auszubildenden nach ihrer Lehre in der Einrichtung für berufliche Rehabilitation wieder zügig einen Arbeitsplatz finden. Oft auch in einer anderen Branche, berichtet der Geschäftsführer seinem aufmerksamen Zuhörer. Entscheidend sei dafür, dass die Ausbildung abgeschlossen und den Jugendlichen die damit einhergehenden sozialen Kompetenzen
vermittelt wurden.

Zur Kernkompetenz eines Abgeordneten zählt für den Korbacher
Kandidaten auf jeden Fall das Interesse, Erfahrungen wie im Biogarten zu sammeln, „weil man im Landtag über die unterschiedlichsten Dinge zu
entscheiden hat“. Und „wenn ich als Direktkandidat die Region vertreten will, muss ich sie auch genau kennen, muss wissen, welche Ansprechpartner es wo gibt“. Negative Beispiele von Gesetzen, „die am grünen Tisch beschlossen worden sind“, habe es zuletzt in Hessen genug gegeben, weist Weltecke auf Fehler der Landesregierung hin: „das katastrophale Kinderförderungsgesetz“ etwa oder das umstrittene Waldgesetz.

Silberner Wahlkampfbus


Seinen Erfahrungsschatz vermehrt der Bewerber seit dem 6. April täglich bei mehreren Terminen. Den silberfarbenen VWWahlkampfbus mit aufgeklebtem Konterfei und Slogan („Im Einsatz für Waldeck“) lenkt Praktikantin Sarah Plonka am Donnerstagmorgen auf den Parkplatz in der Adorfer Dorfmitte.

Dort warten Robert Habermann, Karl Bick und Karl-Heinrich Behle, drei Diemelseer Sozialdemokraten, die mit dem Kandidaten einen kommunalpolitischen Dauerbrenner erörtern wollen. Noch immer gibt es keinen Zebrastreifen an der Hauptstraße.

Dabei ist an der vorgesehenen Stelle das Pflaster im Bürgersteig bereits optisch darauf vorbereitet worden. Mehrere Verkehrszählungen fanden bereits statt, nie mit dem aus Adorfer Sicht gewünschten Ergebnis. Nun will sich „Hessen Mobil“ bis Ende des Monats äußern, erklärt Habermann dem Besucher. Kurios, findet dieser, wo doch in Flechtdorf ein Fußgängerüberweg eingerichtet wurde. Von dort bis hierher dürfte sich der Verkehr kaum verringert haben. „So viele werden ja nicht nach Benkhausen oder Sudeck abbiegen“, vermutet Weltecke schmunzelnd.

Er werde in dieser Angelegenheit auf jeden Fall auch in der Kreisverwaltung nachhaken. Oftmals helfe dies bereits. Bei Kaffee und Nussecken im nahen Bäckereicafé geht es dann noch um weitere Themen, die im ländlichen Raum eine Rolle spielen. Der Hinweis der Diemelseer Genossen auf die noch gute ärztliche Versorgung in Adorf, deren Anziehungskraft weit über den Ort hinausreiche, landet in Welteckes schwarzem Notizbuch, das er „als Köcher“ bezeichnet. Die gesamte Wahlkampfplanung findet sich auf diesen Seiten, ebenso wie Stichworte und Hintergrundinfos aus den diversen Gesprächen.

„Es ist ein sehr fairer Wahlkampf“, zieht der SPD-Kandidat eine Zwischenbilanz. Dies liege sicherlich an den handelnden, oder besser gesagt, beim Mitbewerber CDU eben nicht mehr handelnden Personen, betont er. Auch der Umstand, dass fünf der sechs Wahlkreis-Kandidaten sich lange aus dem Kreistag kennen, trage dazu bei.

In der wöchentlichen Mittagsrunde in der Korbacher SPD-Geschäftsstelle
werden mit Geschäftsführer Arnd Eisner die nächste Schritte der Kampagne vorbereitet: Anzeigentexte auswählen, Besuche an den Infoständen festlegen und die Verteilung der „Störer“ organisieren. So heißen die Zusatzaufkleber für die Plakate, mit denen auf den nahenden Wahltermin aufmerksam gemacht werden soll. Der Text ist denkbar knapp: „Erststimme Weltecke.“

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